Über den Nationalpark

Der Nationalpark bietet Menschen und Tieren Raum in der Natur. Nationalparks sind Naturschutzgebiete, die die Tier- und Pflanzenvielfalt erhalten sollen. Wir hoffen, dass Sie hierzu einen Beitrag leisten möchten, damit sich alle Besucherinnen und Besuchern auch in Zukunft weiter auf unvergessliche Erlebnisse freuen können.
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Kontakt Informationen

Langsua Nationalpark
Vervaltnung
Vestringsvegen 4, Segalstad bru
2651 Østre Gausdal, Norwegen
E: morten.liebe@statsforvalteren.no
E: ulf.ullring@statsforvalteren.no
Tlf. +47 416 77 672 / 481 97 979
Postmottak: sfinpost@statsforvalteren.no

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Der Nationalpark ist eine Berglandschaft, in der in neuerer Zeit keine technischen Eingriffe mehr erfolgt sind. Es finden sich aber Spuren aus früheren Zeiten, darunter Anlagen zur Eisenherstellung, Kohlemeiler sowie Jagdanlagen für Elche und Rentiere. Die Landschaft ist auch deutlich von dauerhafter und nachhaltiger Landwirtschaft geprägt, die eine wichtige Grundlage für die Pflanzen- und Tiervielfalt darstellt.

Der Nationalpark erstreckt sich von 700 Höhenmetern bis auf eine Höhe von 1700 ü. NN. Vielerorts hat die Eiszeit die Landschaft geprägt: Kiesablagerungen, Moränen und Schmelzwasserabläufe erzählen davon.

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Nationalpark Langsua

Im Nationalpark, der technisch nur wenig erschlossen ist, können Besucherinnen und Besucher unberührte Natur erleben. Der Nationalpark hat ein klares Hauptziel: Ein weitläufiges, zusammenhängendes und im Wesentlichen unberührtes Landschaftsgebiet zu schützen, das einer Wildnis sehr nahe kommt. Dementsprechend liegt der Fokus auf dem Schutz des Ökosystems tieferer Berglagen mit unterschiedlichsten Arten von Natur, einer atemberaubenden Landschaft mit Kulturdenkmälern und ganz besonderen Eiszeitablagerungen. Der Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 537 km2.

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An den Nationalpark angrenzende Schutzgebiete

An den Nationalpark angrenzend wurden zehn weitere Schutzgebiete eingerichtet. Dokkfaret, Espedalen, Haldorbu und Storlægeret sind Landschaftsschutzgebiete,Hynna, Røssjøen, Kjølaåne, Hersjømyrin, Oppsjømyra und Skardberga sind Naturschutzgebiete.

Skardberga ist ein geschütztes Nadelwaldgebiet, die anderen Gebiete sind Feuchtschutzgebiete. Insgesamt erstreckt sich die geschützte Fläche über gut 1000 km2.

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Pflanzenwelt

In den Naturschutzgebieten von Langsua finden sich eine ganze Reihe von seltenen und gefährdeten Pflanzenarten. Am bekanntesten ist die Bärtige Glockenblume (auf Vorwarnstufe in der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten). Andere bedrohte Pflanzenarten, für die Langsua ein wichtiger Lebensraum ist, sind die Seggenarten Carex laxa (Vorwarnstufe) und Torfsegge (Vorwarnstufe), der Lanzettliche Rautenfarn (Vorwarnstufe) und der Vielteilige Rautenfarn (Gefährdet).

Im südlichen Teil von Langsua sind Täler und Höhen von Nadelwäldern geprägt. Das Herz des Landschaftsschutzgebiet Dokkfaret gehört den urigen, alten Kiefern. Aber auch in den Fichtenwäldern können Sie bis weit oben auf die mächtigen Riesen stoßen.

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Bärtige Glockenblume

Auf gebirgsnahen Wiesen und in lichten Moorbirkenwäldern sind Bärtige Glockenblumen überall zu sehen. Die Langsua-Region ist eines der Hauptverbreitungsgebiete der Bärtigen Glockenblume in Norwegen. Abgesehen von den Alpen, den Sudeten und Karpaten ist die Gegend tatsächlich eine der wenigen Lebensräume der zarten Pflanze.

Der Grund für dieses besondere Verbreitungsmuster ist nicht bekannt. Nachlassende Beweidung und Heuernte führen immer öfter dazu, dass die Lebensräume der Bärtigen Glockenblume mit dichtem Wald zuwachsen. Auf diese Weise nimmt das Vorkommen ab. Die Bärtige Glockenblume und die Doppelschnepfe sind die beiden charakteristischen Arten für Langsua.

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Uralte Wälder – Gammelskogen

Mit etwas Glück entdecken Sie die seltene Wolfsflechte (Letharia vulpina) oder können den Unglückshäher zwischen den Kiefern erspähen. Auch der Fichtenwald hat seine mächtigen Riesen, lebende wie tote.

Das Gebiet um den Ormtjernkampen, auf das sich der Nationalpark von 1968 bis 2011 beschränkte, ist für seine alten, naturbelassenen Wälder bekannt. Der Wald bietet einen Lebensraum für zahlreiche Flechten, Pilze und Insekten. An vielen Stellen sind die Spuren von Spechten zu entdecken, die in Bäumen und Ameisenhaufen auf der Suche nach Leckerbissen sind.

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Vögel

Im Gebiet sind ungefähr 140 Vogelarten erfasst, 125 Arten davon gelten als mögliche Brutvögel. Im Schutzplan wird Wert darauf gelegt, dass Langsua ein wichtiger Lebensraum für die Doppelschnepfe, den Sumpfläufer und die Kornweihe ist.

Zu den häufigsten nistenden Wat- und Wasservögeln gehören die Krickente und Reiherente, der Prachttaucher und der Kranich, die Bekassine, der Große Brachvogel, der Regenbrachvogel, Rotschenkel, Grünschenkel und Bruchwasserläufer.

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Doppelschnepfe

Die Doppelschnepfe kommt in Langsua relativ häufig vor. Es gibt viele Balzplätze, wo Anfang Juni die Paarung stattfindet. Doppelschnepfen suchen sich nährstoffreichen, leicht feuchten Boden als Lebensraum, wo es üppige Weidegründe gibt.

Es scheint ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieser Art und über lange Zeit vorhandenen Kuh- und Pferdeweiden zu bestehen.

Auch wenn das Wissen über die Verbreitung im ganzen Land etwas lückenhaft ist, scheint Langsua zu den wichtigsten Lebensräumen in Norwegen zu gehören. Die Doppelschnepfe ist eine charakteristische Art für Langsua.

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Tierwelt

Hier und da sind in den Flüssen Otter zu beobachten. Rotfüchse sind sehr verbreitet, während Polarfüchse seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gesichtet wurden. Die Elchwanderung in der Gegend von Langsua ist eine der umfangreichsten in Europa.

In der Region ist keines der vier großen Raubtiere Wolf, Vielfraß, Luchs oder Bär dauerhaft heimisch. Vielfraße und Luchse gibt es in den angrenzenden Gebieten, sie wandern gelegentlich in die Schutzgebiete ein. Wölfe und Bären kommen wesentlich seltener vor, da die Entfernung zu den festen Beständen im Osten von Norwegen weit ist. Biber gibt es in den Flüssen unweit der Schutzgebiete. Vermutlich ist es nur eine Zeitfrage, bis sie auch in Langsua gesichtet werden, wo die Nager bereits in der Vergangenheit angesiedelt waren.

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Der Elch

Im Spätherbst ziehen Elche aus tiefer liegenden Gebieten südlich von Langsua in höhere Lagen, um hier Weidegründe für den Winter zu finden. Zeitgleich wandern andere Elche aus dem Gebiet von Langsua nach Norden Richtung Murudalen in den Gemeinden Nord-Fron und Sel. Im April/Mai findet die Frühjahrswanderung statt.

Letztlich ziehen Hunderte von Tieren in beide Richtungen durch die Langsua-Region. In früheren Zeiten bildeten diese Wildwanderungen die Grundlage für eine umfangreiche Elchjagd, die mithilfe von Leitzäunen und Fanggruben stattfand. Häufig gab es Systeme in langen Reihen.

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Kulturgeschichte

In Langsua weisen zahlreiche Spuren auf menschliche Aktivitäten früherer Zeiten hin. Immer wieder werden Sie auf Anlagen zur Eisengewinnung, Kohlemeiler und Fanganlagen für Elche und Rentiere stoßen.

Die Landschaft ist auch deutlich von langfristiger landwirtschaftlicher Nutzung geprägt.

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Steinzeit

In der Gegend von Langsua wurden viele Spuren menschlicher Besiedlung aus der Steinzeit gefunden. An den Seen Dokkvatnet im Süden und Vinstervassdraget im Norden wurden Siedlungen mit Resten von Gräten und Knochenresten von Tieren wie Bibern, Rentieren und Elchen ausgegraben. Die Datierung hat ergeben, dass hier bereits vor ca. 10.000 Jahren Menschen und Elche lebten.

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Eisenherstellung

Bereits 200 v. Chr. fand in der Gegend von Langsua Eisenherstellung statt, die bis ins 7. Jahrhundert sehr umfangreich war. Die Produktion war für den Export bestimmt. Vermutlich war das kostbare Eisen wichtig für den Austausch von Geschenken, als Handelsware zwischen Stammeshäuptlingen und als Grundlage politischer Macht.

Während der Wikingerzeit war die Produktion gering. Um das Jahr 1000 herum entwickelte sich die Eisenherstellung jedoch wieder zu einer großen Industrie, die bis Ende des 14. Jhs. fortgeführt wurde. Im westlichen Gebirge im Gausdal gibt es in nahezu allen Trockengebieten der Moorlandschaft Anlagen zur Gewinnung von Eisenerz.

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Elch- und Wildrenjagd

Bis vor hundert Jahren gab es in Langsua auch Wildrentiere. Jahrtausendelang waren Elche und Wildrentiere eine wichtige Lebensgrundlage für die Menschen der Region. Noch bis vor wenigen hundert Jahren wurden weitläufige Fangsysteme mit Gruben eingesetzt.

Die Gruben wurden in reihenförmigen Systemen angelegt und kreuzten die Wildwechsel. Dazwischen waren Leitzäune oder Vorrichtungen zum Erschrecken des Wilds angebracht, die die Tiere in die getarnten Jagdgruben trieben.

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Frühere Viehtriebe

In früheren Jahrhunderten waren Viehtriebe in der Gegend von Langsua üblich. Der Viehtrieb begann häufig westlich oder nördlich von Langsua mit Tieren aus Westnorwegen und den oberen Talgängen. Anschließend weideten die Rinder den ganzen Sommer im Gebirge, bis die Viehhüter sie zusammentrieben und für die Wanderung nach Süden vorbereiteten. Das Ziel waren die Herbstmärkte in Oslo und anderen Städten am Oslofjord.

Viele Spuren erzählen noch heute von den alten Almhütten und ehemaligen Almen, die von gutem Weideland umgeben sind, wo Herden mit bis zu Hunderten von Tieren grasten.

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